Kulturdenkmäler

Das kulturhistorische Erbe der Insel Pasman wird hauptsächlich durch sakrale Bauten repräsentiert, was die Bedeutung von Kirche und Religion für die Bevölkerung der Insel unterstreicht.

Jeder größere Ort hat seine eigene Pfarrkirche, in den kleineren sind dennoch Kapellen erbaut. Fast alle sakralen Objekte sind im Mittelalter errichtet und in den darauffolgenden Jahrhunderten erweitert oder erneuert worden. Nur einige Kirchen haben bis heute ihre aus dem Mittelalter stammenden Bauelemente beibehalten. Von allen sakralen Bauten der Insel Pasman sind vor allem Folgende erwähnenswert: das Franziskanerkloster in Kraj und das Benediktinerkloster auf dem Berg Cokovac. Sehr interessant ist auch der Ort Otus, in dem sich im Mittelalter die Sommerresidenz eines reichen Bewohners aus Zadar befand.

Die Kirche des hl.Franziskus und das Franziskanerkloster hl. Damian in Kraj

Die Entstehung dieser Bauten ist eng verbunden mit den Schenkungen der Adligen Pelegrine Grisogono aus Zadar. Die Bauzeit ist in mehrere Phasen aufgeteilt: Zunächst wurde die kleine Kirche des hl. Franziskus als alleinstehendes Gebäude im gotischen Stil gegen Ende des 14. Jhr. erbaut. Bereits 1398 hatte Pelegrina das Kirchlein mit dem gesamten Besitz den aus Bosnien vertriebenen Franziskanern geschenkt. Drei Jahre später überließ sie ihnen alle übrigen Ländereien, ihr Vieh und die finanziellen Mittel für die Errichtung des Klosters des hl. Domnius. Die Vielzahl der Schenkungen spricht dafür, dass dieses Kloster nicht nur für die Familie Grisogono von Bedeutung war, sondern auch für viele andere Angehörige der adligen Schicht in Zadar.

Die Kirche und das Benediktinerkloster der hl. Cosmas und Damian (Cokovac)

Dieser Komplex ist von besonderer Bedeutung für das kulturhistorische Erbe der Insel Pasman, weil er unmittelbar mit dem mittelalterlichen kroatischen Staat verbunden ist bzw. mit dem Herrscher Petar Kresimir IV. Das Kloster liegt auf dem Berg Cokovac, im südlichen Teil der Insel, zwei Kilometer nordwestlich von der Ortschaft Tkon entfernt. Die Kirche der hl. Cosmas und Damian wurde um 1070 zum ersten Mal erwähnt, als der kroatische König Petar Kresimir IV. die Kirche und umliegende Ländereien dem Kloster des hl. Evangelisten Johannes schenkte. Der nachfolgende Herrscher, Dmitar Zvonimir überließ ebenso einigen Grundbesitz auf der Insel Pasman den Benediktinern aus Biograd. Einige Jahrhunderte später zerstörten die Venezianer bei ihren kriegerischen Angriffen auf das Königreich Kroatien die Stadt Biograd und das dortige benediktinische Kloster. Einen neuen Zufluchtsort fanden die Mönche auf Pasman, wo sie auf dem Berg Cokovac im Jahre 1125 den Bau des neuen Klosters beendeten. Dass die Insel Pasman die sichere Freistätte für die einheimische Bevölkerung war, beweisen die Ereignisse aus dem Jahr 1202, als viele kirchliche Würdenträger und der Adel von Zadar ihre vorläufige Bleibe im Kloster Cokovac fanden, nachdem die Venezianer die Stadt zerstörten. Das Kloster auf dem Berg Cokovac wurde seit seinem Bestehen immer nach Bedarf renoviert. Die Klosterkirche hat aber ihren gotischen Charakter ganz beibehalten, während der Gang und das Gemäuer nur teilweise erhalten blieben.

Der Ort Otus: Das Kirchlein St. Antonius und Überreste profaner Objekte auf Pasman

Otus befindet sich im südlichen Teil an der Westküste der Insel. Der Ort dient als Beispiel für eine sehr frühe Entstehung der Erholungskultur in diesem Teil Kroatiens. Diese Sommerresidenz entstand im Übergang vom 14. ins 15. Jhr., deren Besitzer ein Bewohner Zadars, namens Venturin Pacijev aus Cesene, war. Venturin war offensichtlich in die Insel verliebt. Da er schon früher Grund und Boden besaß, kaufte er 1399 dazu die meisten der fruchtbaren Grundstücke um Otus, um dort die Grundlage für einen dauerhaften Aufenthalt zu schaffen. Im gleichen Jahr begann er, um seinen Traum zu verwirklichen, mit dem Bau eines Landhauses in Otus. Sein Werk vollendete er Anfang des 15. Jhr. mit dem Bau der Kirche hl. Antonius, die bis heute am Festtag des Heiligen von Wallfahrern aus der Gegend aufgesucht wird.

Die Kirche des hl. Erzengels Michael (Nevidane)

Die Kirche des hl. Michaels liegt knapp einen Kilometer südöstlich von Nevidane und wurde 1018 erstmals erwähnt, als der Bischof von Zadar, Prestancije, den Bau der Kirche anordnen ließ. Der Bischof übertrug die Kirche später dem Franziskanerkloster hl. Krsevan in Zadar. Die mittelalterlichen Bauelemente sind in geringem Maße erhalten geblieben. Die gotischen Elemente trotzten dem Zahn der Zeit sowie den Eingriffen der Menschen. Am Giebel der Kirche ist auf einer viereckigen Platte noch bis heute ein Relief zu sehen, auf dem der hl. Michael abgebildet ist, der einen Drachen tötet. Interessant sind auch die Reste der frühmittelalterlichen Aneinanderfügung von Steinblöcken (Die Ambonfragmente ähneln jenen der Kathedrale in Zadar.).

Die Pfarrkirche des hl. Herz-Jesu (Nevidane)

Diese einschiffige Kirche mit Sakristei dient als Pfarrkirche in Nevidane. Sie wurde 1899 erbaut und wurde zum 100-jähringen Jubiläum renoviert.

Die Kirche der Mutter Gottes der Gesundheit (Nevidane)

Diese Votivkirche wurde im 17. Jhr. aufgrund eines Gelübdes während der Pestepidemie erbaut. Bis zum Ende des 19. Jhr. hatte sie allerdings kein Dach und blieb ungenutzt. Mit Unterstützung der Pfarrgemeinde wurde sie von Pfarrer Stjepan Vinko gründlich renoviert. Den Segen gab der Erzbischof Marijan Oblak. Bis zum Bau der neuen diente sie als Pfarrkirche.

Die Ruine der frühchristlichen Kirche hl. Martin (bei Nevidane)

Die Überreste der Kirche hl. Martin liegen 500 Meter nordwestlich von Nevidane, auf der linken Seite der früheren Straßentrasse, die Nevidane mit Dobropoljana verbindet. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um eine frühchristliche Kirche, die ihren sakralen Zweck während des ganzen Mittelalters beibehielt. Die Ruine hat die Form eines Rechteckes (5,70 x 7,50m), woran sich eine halbkreisförmige Apsis anschließt. An dieser Stelle sind noch Fragmente antiker Keramik zu finden, was wahrscheinlich darauf hinweist, dass hier auch vor dem Bau der Kirche antike Bauwerke existierten.

Die Pfarrkirche des hl. Lukas (Zdrelac)

Die Kirche befindet sich in der Ortsmitte. Zum ersten Mal wird sie Ende des 13 Jhr. erwähnt. Es wird aber angenommen, dass sie viel früher, also in frühchristlicher Zeit, errichtet wurde. Leider gibt es keine sichtbaren frühchristlichen oder mittelalterlichen Baukomponenten. Diese Kirche hat eine rechteckige Form und in ihrer Verlängerung eine viereckige Sakristei. In der Kirche befinden sich drei wertvolle Marmoraltäre. Der Hauptaltar ist der Jungfrau Maria, die Nebenaltäre dem Patron der Pfarrei hl. Lukas sowie der Jungfrau Maria von Lourdes gewidmet. Alle Altäre sind mit entsprechenden Standbildern ausgestattet. Die Statue des hl. Lukas stellt den Evangelisten mit einer aufgeschlagenen Seite des Evangeliums mit glagolitischen (altkroatischen) Buchstaben dar. Das hochwertige Bild der Jungfrau Maria wurde neuerlich restauriert. 1937 wurde die Mädchen-Gesellschaft der Jungfrau von Lourdes gegründet. Seitdem feiern die Gläubigen der Pfarrei Zdrelac den Tag der Jungfrau Maria von Lourdes.

Die Pfarrkirche der hl. Cosmas und Damian (Banj)

Die Pfarrkirche in Banj wird 1345 erstmals urkundlich erwähnt, was auch mit der Bauzeit übereinstimmen könnte. Da sie bis heute mehrmals rekonstruiert wurde, sind die mittelalterlichen Elemente nicht mehr sichtbar. Die Kirche besteht aus einem Schiff, einer Sakristei sowie drei marmornen Altären. Auf dem Hauptaltar sind der Tabernakel, das Standbild der Jungfrau Maria sowie der Schutzpatron der Gemeinde aufgestellt. Seitlich sind die Altäre des hl. Kreuzes und der Jungfrau Maria vom Rosenkranz zu finden.

Die Kirche der Jungfrau Maria von Loretto auf dem Berg Mali Bokolj (Banj)

Nach dem Entwurf des Geistlichen Ante Perosa begann der Bau der Kirche mit vollem Eifer, Mühe und Willen der Einwohner. Schließlich wurde sie 1935 vollendet. Der Legende nach erschien dem Pfarrer im Traum die Jungfrau Maria und er verpflichtete sich, eine Votivkirche auf dem Berg zu errichten. Die für den Bau vorgesehene Stelle wurde in der Nähe der Wegstrecke des im Jahre 2000 eingerichteten Kreuzweges bestimmt. Dieser Pfad, der von Hirten und Fischern entdeckt wurde, wird der „Pfad der Jungfrau Maria“ genannt. Zahlreiche Wallfahrer besuchen dieses Kirchlein, das von den Bewohnern des Ortes die „Jungfrau von Bokolj“ genannt wird und beginnen den Pilgerweg an der „Tür der Jungfrau Maria“ am Fuß des Berges, bis sie am Ende des Kreuzweges die Kirche auf dem Gipfel des Berges erreichen. Einst bestiegen viele Frauen den Berg barfuß, um ein abgelegtes Gelübde zu erfüllen. Besonders feierlich geht es am 10. Mai zu, dem Festtag der Jungfrau Maria von Loretto.

Die Pfarrkirche des hl. Thomas (Dobropoljana)

Diese Kirche wurde erstmals im Jahre 1404 urkundlich erwähnt. Die Baukosten wurden dank der testamentarischen Verfügung eines Adligen aus Zadar gesichert. Zweimal (1717 und 1867) wurde der Bau erneuert und 1741 erweitert, infolgedessen gingen die mittelalterlichen Bauelemente verloren. Dieses einschiffige Bauwerk mit seiner Sakristei besitzt drei Marmoraltäre – auf dem Hauptaltar stehen der Tabernakel und ein Marienbild. Die Seitenaltäre sind der Mutter Gottes von Karmel und dem hl. Thomas gewidmet.

Die Pfarrkirche der Geburt Marias (Pasman)

Diese Kirche wurde bereits im frühen Mittelalter urkundlich erwähnt. Dem Geschichtsschreiber Bianchi zufolge, schenkte am 3. April 429 ein Bewohner Zadars namens Fosco testamentarisch seinen Besitz der Kirche. Pasmans erste Kirche war der Tradition sowie den Annalen nach das heutige Presbyterium, das am 7. August 806 von Zadars Bischof, dem hl. Donatus, eingeweiht wurde. Sie wurde im Jahre 1885 erneuert und erweitert, wodurch sie die heutige Größe und Form bekam. Am 9. August 1885 wurde sie vom Erzbischof von Zadar Petar Dujam Maupas zu Ehren der Geburt der Mutter Gottes eingeweiht. Dies wird von einer Inschrift auf einer Steinplatte neben dem Taufbecken bezeugt. Das Innere der Kirche zählt fünf Altäre. Auf dem Hauptaltar sind Statuen der slawischen Apostel Kyrill und Method sowie der Jungfrau Maria zu sehen. Im hinteren Teil sind noch zwei weitere kleinere Kunstwerke als Pendant zu finden. Ein großer Künstler, der Priester Mate Celestin Medovic, hat sie erschaffen. Das eine zeigt deutlich die beiden Apostel Petrus und Paulus (142 x 96 cm), das andere den hl. Johannes den Täufer und den hl. Simon mit dem Jesuskind (147 x 102 cm). Die Bilder sind 1893/94 in Dubrovnik entstanden. Auf der linken Seite befindet sich noch der Altar Herz-Jesu mit einer Gipsstatue sowie auf der rechten Seite der Altar der Immaculata, ebenfalls mit einer Gipsstatue versehen. Im Inneren der Kirche sind die Wände mit biblischen Motiven verziert, die von den Malern Mladen Pecka und Mate Matulic aus dem Jahre 1930 stammen. Ebenso sind versilberte Kerzenleuchter und Prozessionskreuze zu sehen. Heute zeigt die Kirche keine Spuren von mittelalterlichen oder früheren Bauelemente auf.

Die Kirche des hl. Antonius von Padua (Mrljane)

Es ist nicht bekannt, wann sie erbaut wurde, nur dass sie im Jahre 1874 renoviert wurde.

Die Kapelle des hl. Antonius von Padua

Die Kapelle des hl. Antonius von Padua hat einst dem letzten Bischof von Trogir, Ante Panelli, gehört, der 1821 verstorben und in der er auch beigesetzt ist. Während der Sommermonate feiert man jeden Samstag dort die Heilige Messe für die Bewohner des Vorortes Gladusa.

Die prähistorische Siedlung und die byzantinische Festung Pustograd (Tkon)

Die Burgruine und Festung Pustograd sind im Südosten der Insel zu finden. Das Fort wurde von den byzantinischen Herrschern im Laufe des 6. Jhr. erbaut. Den Berggipfel umgibt eine Festungsmauer in Form eines unregelmäßigen Kreises (85x75m). An der Nordseite sind die Grundmauern erhalten, während an der Südseite der gesamte Bau erhalten ist. Innerhalb des Mauerrings finden sich Spuren zweier Gebäude, wahrscheinlich von Wohnhäusern und Wasserzisternen. Diese Festung diente nicht zur Verteidigung, sondern eher als Zufluchtsort für die umliegende Bevölkerung in Zeiten der Gefahr.

Die Kapelle des hl. Antonius dem Einsiedler

Die Kapelle des hl. Antonius dem Einsiedler aus dem Jahre 1628 mit einem Altar ist im Privatbesitz der Familie Cosic.

Die Kirche des hl. Rochus in Mali Pasman

Die Kirche des hl. Rochus in Mali Pasman ist ein schlichtes Gebäude aus dem Jahre 1631 als die Pest wütete.

Die Kirche des hl. Evangelisten Markus

Die Kirche des hl. Evangelisten Markus befindet sich im Zentrum des Ortes Pasman nahe der Pfarrei. Es ist nicht bekannt, wann sie erbaut wurde. 1997 wurde sie restauriert.

Die Kirche des hl. Antonius dem Einsiedler

Die Kirche des hl. Antonius dem Einsiedler wurde 1672 in Tkon auf der Hinterlassenschaft eines Bewohners erbaut.

Die Kapelle der traurigen Mutter Gottes

Die Kapelle der traurigen Mutter Gottes befindet sich in Tkon auf dem Berg Kalvarija.

Wo sind wir?

Die Inselgruppe, zu der auch Pasman gehört, liegt nur einige Kilometer vom Festland entfernt. Der Kornaten-Nationalpark liegt auch in unmittelbarer Nähe.

 

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